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Mahnwache zur Erinnerung an die Reichspogromnacht

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Stolberg. Zur Mahnwache in Erinnerung an die Reichspogromnacht lud das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus am Mittwoch, 9. November, 19 Uhr, vor das Haus Steinweg 78 ein. In der Nacht zum 10. November 1938 brannten jüdische Synagogen in ganz Deutschland. Angehörige von SA und  SS zertrümmerten die Schaufenster jüdischer Geschäfte, demolierten Wohnungen und verprügelten ihre Bewohner. 91 Tote, 267 zerstörte Gottes- und Gemeindehäuser und 7500 verwüstete Ladenlokale verzeichnete die offizielle Bilanz des Terrors. Tatsächlich starben während und unmittelbar in Folge der Ausschreitungen aber weit über 1300 Menschen, über die Hälfte aller Synagogen oder Gebetshäuser in Deutschland und Österreich wurden stark beschädigt oder zerstört. Die Weisung zu dem Pogrom war von München ausgegangen, wo die Führung der NSDAP den 15. Jahrestag des Hitler-Putschs feierte. Am 10. November wurden über 30000 männliche Juden in KZ verschleppt. Der Terror funktionierte nur, weil der offizielle Verwaltungsapparat wie ein Räderwerk ineinandergriff. Die Volksverhetzung der Nazis war auf fruchtbaren Boden gefallen. Angesichts der aufgeheizten Islamismusdebatte gilt es wieder, besonders wachsam zu sein. Alle demokratisch orientierten Bürger waren eingeladen, bei der Mahnwache eine Kerze für die Nazi-Opfer zu entzünden.

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